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"Leben ist das Kräuseln des Spiegeleis am Rand." (S. 102)

In Angelika Waldis Roman "Ich komme mit" geht es um Freundschaft, Liebe, Verzweiflung, Krankheit und letztlich auch um Hoffnung, die eigentlich nie endet. 

 

Vita Maier wohnt schon über vierzig Jahre in der Torstraße 6, ihr Mann ist verstorben und sie hat sich das Leben so eingerichtet, das es in Ordnung ist und seine Bahnen verfolgt. Aber eigentlich erwartet sie auch nicht mehr viel, die Hoffnung auf etwas Aufregendes schwindet, der Sohn ist weit weg und Vita hat nicht viele Freunde ("[...] sie gehört nicht zu denen, die blaue Tage haben, rote, gelbe ... farbige Tage hat man nur, wenn man liebt." (S. 43)) Im selben Haus wohnt Lazar - "Lazy" - und studiert. Er ist in Elsie verliebt und träumt von einer gemeinsamen Zukunft. Bis er erfährt, dass er krank ist, sehr krank, und nicht weiß, wie er damit umgehen soll. 

 

Die beiden begegnen einander und eine ungewöhnliche, berührende Freundschaft entsteht. Sie ergänzen einander und als deutlich wird, dass Lazys Zustand sich verschlechtert, treten sie eine gemeinsame Reise an. 

 

"Ich komme mit" spricht sehr viele Ebenen im Leser an. Realistisch, leise und dennoch kraftvoll erzählt Angelika Waldis von der Freundschaft der beiden Figuren, die zunächst hoffnungslos erscheint, aber letztlich das einzige ist, was Hoffnung zu geben vermag. Es geht um Liebe, Träume und darum, sich nicht aufzugeben, Träume zu erfüllen. 

 

Als Leser versteht man, dass die beiden keine ideale Paarung sind. Allerdings auch, dass das vielleicht nicht das Entscheidende ist, sondern es im Gegenteil helfen kann, an unterschiedlichen Punkten im Leben zu stehen, um klarere und fundiertere Entscheidungen treffen zu können. Und ihre Lebensmetaphern sind, wie der gesamte Roman, sehr berührend und oft treffend, denn: 

"Leben ist Sich-Umdrehen-Wollen, nachdem man an etwas Schönem vorbeigegangen ist." (S. 112)

 

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